|
|
Irgendwann ist es dann immer vorbei und man blickt zurück.
Unglaublich wie rasend schnell es geht. Gerade eben haben wir noch an den Büchern gearbeitet, gerade eben haben wir noch die Proofs aus der Druckerei in der Hand gehalten, gerade eben haben wir noch die Pressemitteilungen zu unseren Neuerscheinungen versandt, gerade eben haben wir die Vorbestellungen auf diese Bücher ausgeliefert und dann plötzlich stehen wir in Leipzig, bauen die Bücher in unserem Messestand an der Leseinsel Reisen auf, veranstalten zwei Buchpremieren, tauschen uns mit den Autoren aus, schließen schon Verträge für neue Bücher und schon blickt man wieder nach vorne…
Aber es ist in jedem Fall noch Zeit für einen Blick zurück – und Leipzig lohnt diesen immer!
Schließlich sagen wir gerne, dass Leipzig die schönste Messe ist – und das meinen wir auch und lassen daher zuerst einmal Bilder sprechen:
Und ergänzen diese um ein paar Highlights:
- meistverkauftes Buch auf der Messe: Hast du dir das so gedacht, Jakobus?
- meistverkaufter Backlist-Titel: Südamerikanische Reise
- meistgeklautes Buch: Erlebnis Antarktis (ja, das kommt immer wieder vor!)
- weitreichendste Buchvorstellung: Mit Brünhilde durch das Ruhrgebiet – die Präsentation unseres Titels zur Kulturhauptstadt Ruhr.2010 führte zu einer Einladung der Autorin nach Stockholm ans dortige Goethe-Institut
All das ergänzt durch Lesungen unserer Autoren, zahllose aufgefrischte und neue Kontakte, den Gesprächen über verschiedentliche Manuskripte und neue Projekte und dem Flair, das aus Büchern Spaß macht!

Euer Reise-Verleger!
Die größte Tourismusmesse der Welt. Dort war ich gestern.
Durch den Eingang Süd fand ich auf die Rolltreppe und stand dann erst einmal vor einer Tafel, die es schwer machte, die Orientierung zu behalten. Während Europa in den Hallen 1-2, 2-1, 2-2, 3-2, 4-2, 7-2a, 10-2, 11-1, 15-1, 17 und 18 vertreten ist, ist Asien in 5-2, 7-2b und 26 zu finden. Und während Deutschland auf dem Internetplan noch seine eigene Rubrik und ebenso wahllos verstreute Hallen hat, zählt es auf den in Berlin stehenden Plänen mal schlichtweg zu Europa (was irgendwie auch wieder verständlich ist) und vermindert damit die Unübersichtlichkeit nicht im mindesten.
Aber wer sich als Weltenbummler sieht kann ja wohl kaum vor einem Messeplan in Berlin verzweifeln, oder? Immerhin habe ich mit der Bahn schon hingefunden!
Also auf in die Massen, mein erstes Ziel heißt Hamburg. Da komme ich zwar gerade erst her, doch damit bin ich nicht, der enzige, wie ich feststelle. Udo Lindenberg steht dort. Er ein Mikrofon in der Hand, ich mein Handy. Er spricht, ich fotografiere.
Aber ich fahre ja nicht für Udo Lindenberg nach Berlin! Ich schaue mir Indien näher an, gehe in die Buchwelt, bespreche unsere Messeteilnahme 2011, sammle im Auftrag Island-Unterlagen ein, setze mich mit der Kulturhauptstadt Ruhr.2010 auseinander, erhalte einen Anruf von einem Neuseeland-Verleger, mit dem ich mich spontan zum Essen treffe, gehe nach Zürich zu einem Termin mit unserer Marketingagentur, streife dann durch Korea, Bhutan, Japan und lande in Sabah. Wie ich auf Sabah komme? Nun, genau genommen hat mich der großformatige Orang-Utan angezogen. Orang-Utans sehen, in freier Wildbahn. Wäre das nicht auch noch ein Reiseziel?!
Mittelamerika, Südamerika, USA, Kanada, wo ich darüber stolpere, dass in der neuen Ausgabe von 360°Kanada unser Buch “Wasser, Wind und weites Land” empfohlen ist (gracias!) und plötzlich stehe ich bei Globetrotter. Gute Gelegenheit mit den Berliner Globetrottern unsere Veranstaltungen für Herbst 2010 (ja, sowas hat Vorlauf) nochmal persönlich zu besprechen und dann ist auch irgendwann die Luft raus.
So ein Messetag kann ganz schön anstrengend sein… fällt mir ein… nächste Woche kommen gleich vier davon!!!
Denn am Mittwoch geht es los zur Leipziger Buchmesse!
4 Neuerscheinungen (Abenteuer Assam, Erlebnis Antarktis, Hast du dir das so gedacht Jakobus, Mit Brünhilde durch das Ruhrgebiet), 3 Veranstaltungen bei Leipzig liest (Termine: http://www.travelerstales.de), zwei Hände voll weiterer Termine und sicherlich Hunderte zusätzlicher Kontakte.
Klingt nach Streß? Ja! Und trotzdem ist es Leipzig wie immer die schönste Messe für uns und so fiebern wir ihr auch entgegen und freuen uns auf die Begeisterung der Reisenden über unsere neuen Bücher…
Also besucht uns in Leipzig oder holt Euch unsere Reiseneuheiten mit unserem Buchmagazin nach Hause!
Jens Freyler
Nina Sedano zählt zu den Most Traveled People und bereits zu unseren Autoren ohne Grenzen – sie ist eine Weltenbummlerin und hat bereits an die 200 Länder weltweit entdeckt. Ab jetzt nimmt sie uns mit auf ihre Reisen!
traveldiary.de ist insofern ab sofort eine neue Heimat für die Ländersammlerin. Hierhin kann sie von überall auf der Welt zurückkommen und kann mit uns ihre Erlebnisse teilen.
Insofern “Herzlich Willkommen zuhause”!
Irgendwie scheinen Berlin-Ausflüge für mich immer mit der Entdeckung von Motorrad-Statuen einherzugehen.
Letzten Sommer habe ich in Berlin ein schickes Holz-Motorrad entdeckt, dass ich am liebsten gleich eingepackt hätte. Aber es hat dann doch nicht ganz in den Kofferraum gepasst.
Gestern war ich nun wieder mal in Berlin anläßlich der ITB, der Internationalen Tourismus-Börse, auf der man sich als Reiseverleger natürlich rumtreiben muss. Und tatsächlich gab es da auch Aussteller aus aller Herren Länder, waren dort Stände zu verschiedensten Reisearten unterwegs. Motorrad-Reiseanbieter habe ich dagegen keine gefunden. Die sind wohl eher auf den BMT bzw. den HMT hier in Hamburg.
Doch kaum aus den Berliner Messehallen raus, die unweit der Avus gebaut sind, jener legendären Rennstrecke, da stehe ich vor diesen beiden Kumpanen hier, mit ihren Oldtimer-Maschinen windschnittig unterwegs, um den Großen Preis für sich zu entscheiden. Gibt es eigentlich überall Motorrad-Statuen? Hat jemand in Hamburg schon mal so ein Denkmal gesehen? Wie auch immer, auch dies war zu groß, um es einzupacken, zumal ich diesmal mit der Bahn (Unternehmen Zukunft…) vor Ort war. Wobei… mit nem Güterwaggon dran, müßte man das eigentlich passend machen können… was solls, nächstes Mal, für diesmal habe ich Euch ja ein Foto mitgebracht!
Und nach diesem Bild der alten Zeit, da dachte ich mir, dass ich mir heute mal beim BMW Saisonstart ein paar neue Modelle anschaue.
Rolladen hoch, Blick raus. Tropfen auf der Scheibe, tiefgraue Wolkenberge. Blick zum Thermometer, über null, aber viel mehr auch nicht. Soll man bei dem Wetter Motorrad fahren? Andererseits, kann man zu einem Saisonauftakt im Auto vorfahren? Kann man nicht!
Dort angekommen, stellte ich fest: Können einige schon. Aber in Motorradkluft fühlte ich mich doch wohler, auch wenn die Stimmung eher verhalten war. Die Bierbänke im Verkaufsraum aufgebaut, die Motorräder entsprechend kaum passierbar zusammen geschoben, um Platz zu schaffen, die Laune in den Gesichtern eingefroren – entweder weil sie mit dem Motorrad hierher gekommen sind – oder weil sie nicht mit dem Motorrad hierher gekommen sind und sehen, dass andere Typen cooler waren.
Und was die Modelle angeht, so eine S1000RR könnte mich glaub ich auch reizen, aber warum soll ich mit was Neuem anfangen, wo das Gute steht so nah? Und auch so eine alte Kiste wie diese hier, könnte mich begeistern… womit wir wieder bei der alten Zeit wären.
Was es noch so bei BMW an Neuentwicklungen gibt? Einen Raus-O-Meter. Eine kleine Plastikkarte im EC-Karten-Format, die statt Magnetstreifen einen Temperaturfühler hat. Laut Raus-O-Meter-Anleitung heißt es ab 12 Grad Celsius raus auf die Maschine! Warum meine Frau da immer von 20 Grad redet…?
Jedenfalls zeigt das Digitalthermometer auf unserer Fensterbank neben dem bollernden Kamin gerade 5,5 Grad Außentemperatur an. Das Raus-O-Meter allerdings, hier direkt neben mir liegend, verkündet 22 Grad Celsius. Und letztlich kann doch nur diese Angabe für Motorradfahrer gültig sein, oder?
22 > 12 = raus!
Ich dreh dann mal ne Runde ;-)
Ich habe bekanntlich eine gewisse Aversion gegen den gesellschaftlich auferlegten Shoppingwahn. Mir wird sogar insgeheim unterstellt, beim Thema Kleiderkauf eher der Mann in der Beziehung zu sein, jedoch waere sogar ich heute dazu geneigt gewesen, das Erbe meiner ungeborenen Kinder auf den Camden Markets gegen tausende retro trendy glitzi bitzi Wunderbarkeiten einzutauschen.
Ich hatte mir einen Plan zurechtgelegt, um mich nicht dem verfuehrerischen Kaufrausch kampflos hinzugeben, und mich nicht in dem Labyrinth aus Gaesschen voller Muss-ich-Haben zu verlieren. Mein erster Besuch im schraegen Camden Town vor ein paar Tagen hatte aufgrund der Reizueberflutung in mir ein Gefuehl der Panik ausgeloest, und ich verliess den Markt am Ende wieder, ohne etwas gekauft zu haben – unbefriedigt und voller Sehnsucht nach den schoenen Dingen, die nicht mir gehoerten.
Heute wollte ich es besser machen.
Meine anfaengliche Ueberforderung war darin begruendet gewesen, dass die Camden Markets eigentlich aus 5 Maerkten bestehen: Camden Market, Inverness Street Market, Camden Canal Market, Camden Lock Market und dem wunderbaren Stables Market. Auf den ersten Blick scheint das Angebot schier unendlich, und um alle Staende zu durchstoebern koennte man schonmal das ganze Wochenende kalkulieren. Hinzu kamen Horden von Menschen und Touristen (hab ich das gerade wirklich gesagt?), die sich gegenseitig von Stand zu Stand schoben.
Heute war ich extra frueh losgestartet, um zur Oeffnung des Markts um 10 Uhr an der Camden Town Tube zu sein, und wurde mit einer moderaten Anzahl von Besuchern belohnt. Ausserdem hatte ich schnell den repetitiven Charakter des aus Asien importierten Plagiats-Krimskramses bemerkt, der entlang der Highstreet und am Inverness Street Market neben Rockerramsch und London Souveniers (besonders begehrt: Maennerunterhose mit Eingriff, bedruckt mit “Mind the Gap”) verhoekert wird, und konnte mich so auf den richtig guten Stoff konzentrieren. Ich hatte meine Mission unter Kontrolle, das Ziel war schaffbar. Mein Plan war, maximal alles Bargeld in meinem Portmonnaie auszugeben, was sich auf ca. 45 Pfund belief. Keine Kartenzahlung, kein Geldoutomat.
Soweit reduziert und panikfrei schlenderte ich zuerst durch den Canal Market, wo halbierte Vespas als Sitzgelegenheiten zum Biertrinken am Kanal einladen. Der Regents Canal laeuft in Ost/West Richtung quer durch das noerdliche London und ist eine beliebte Spazier-, Lauf- und Fahrradstrecke (obwohl Fahrradfahrer bei Ueberholmanoevern auf dem schmalen, ungesicherten Weg sehr aufpassen muessen, nicht ins Wasser zu plumpsen). Er wird von vielen kleinen Hausbooten gesaeumt und erinnert ein bisschen an eine hollaendische Gracht.
An einem der idyllisch am Wasser gelegenen Buden lud mich eine chinesische Verkaufskraft mit “You can try ewrising” und einer ausladenden Handbewegung in ihr kleines Accessoir Eldorado ein. “Look, here is more, you can try ewrising” wiederholte sie unermuedlich ihren messerscharfen Verkaufsslogan. Als ich mich fuer eine huebsche Kette mit einer verdaechtig leichten Taschenuhr als Anhaenger interessierte, demonstrierte sie mir kurz, wie man Uhren auf chinesisch aufzieht: Man dreht eine halbe Umdrehung am Rad und bestraft die boesen Zeiger, die nicht gleich ticken wollen mit kraeftigen Schlaegen mit der flachen Hand. Sollte auch das nichts helfen, haengt man die offensichtlich defekte Uhr zurueck auf den Staender und nimmt eine Neue.
Ich entschied mich, der netten Dame lieber nichts abzukaufen, und machte mich auf den Weg zum Stables Market.
Potenziere die Bondi Markets mit Flohmarkt Vintage Heaven, verfeinere dies mit einer Prise Fetisch und einem Troepfchen Ethno, ruehre dreimal gegen den Uhrzeigersinn und streue noch etwas Loveparade oben drauf – und voila – schon stehst du mit offenem Mund in den Stables und weisst nicht mehr wie dir geschieht.
Die alten Stallungen aus dem spaeten 19. Jahrhundert beherbergen nun die Shops junger Designer, die original Dielen und das Kopfsteinpflaster geben dem Ganzen einen besonderen arty farty Flair. An jeder Ecke neue Gerueche, Musik, Farben. Die frueheren Pferdeboxen wurden in kleine Galerien, Verkaufsraeume fuer Second Hand Troedel aller Art, Moebel, Kleider und Schmuck oder sogar in Cafe’s umgebaut, und die Gassen zieren ueberdimensionale Bronzestatuen von Pferdekoepfen und galloppierenden Hengsten (und wir sprechen hier von monumentalen Cojones, sowas hast du noch nicht gesehen!).
Ein Paar Ohrringe, eine Kette, einen Ring, ein Huetchen und ein ausgestopftes Stofftierchen spaeter hatte ich alle Eindruecke in mich aufgesogen und mein Budget liess sogar noch einen Mittagsimbiss zu. Obwohl ich mir im Lock Market meine kuehnsten kulinarischen Traeume erfuellen haette koennen, lockte mich abermals ein knallharter chinesischer Verkaufstrick an eine der vielen Fressbuden. “Hello hello, flee tly, flee tly!!!” schallte es enervierend aus jeder der Buden entlang der Gasse, und die Verkaufsdamen streckten den Passanten Gabeln mit kleinen Happen zum Probieren entgegen. Ich konnte mir diese Verkaufstaktik nur damit erklaeren, dass wahrscheinlich hinter jeder Theke ein kleiner Mao mit der Peitsche wartete, falls nicht genuegend Lunchboxen ihre Abnehmer fanden. Eine besonders hartnaeckige “Flee tly” Dame bewarb auf einem Schild die Lunchbox “Mixed Everything” fuer 4 Pfund, was sich interessant anhoerte. Also trat ich einen Schritt naeher an die Theke, wurde ohne mich mehr wehren zu koennen sofort in den Sog der chinesischen Schnellverkoestigung gerissen, fried chicken yes, fried sweet and sour chicken yes, rice noodle half half yes und stand 5 Sekunden spaeter, mit einem Berg frittiertem Etwas mit Soße in der Hand, wieder in der Gasse.
Noch leicht benommen setzte mich an die schmale Kanalpromenade, waermte meine schon leicht rauhbereiften Finger an meinem “Mixed Everything” und genoss die erste Maerzsonne. Als ich da so saß, stuermten ploetzlich um Punkt 12 Uhr Mittag die Massen den Markt, und ich wusste, dass mein Soll erfuellt und es Zeit war, hier schnell zu verschwinden. Ich lief zu Fuß entlang des Kanals zurueck nach Angel, und war stolz auf mich und meine neuen Errungenschaften.
Diese Woche sind sei gekommen… und ich habe vor Begeisterung über das neue Layout unserer Bücher (jaja, Kleider machen nicht nur Leute, Kleider machen wohl auch Bücher!) so lange den Atem angehalten, dass ich erst heute dazu komme, Euch davon zu berichten.
Auf unserer Titelseite www.traveldiary.de seht Ihr ja alle Neuerscheinungen auf einen Blick – und Euch fällt zweifelsohne auf, dass drei davon ein gleiches Layout haben… in den traveldiary-Farben, mit einem dominierenden Foto und weiteren Features wie z.B. einem Kartenicon, das schnell den betroffenen Kontinent offenbart.
Und was sagt Ihr zum Layout des Buchblocks? Gut, dazu müßtet Ihr die Bücher erst bestellen, um reinblättern zu können. Also verrate ich es Euch: Alle Seiten im Farbdruck, alle Bücher mit zahlreichen Fotos, alle Bücher mi individueller, reisebezogener Karte, alle Bücher in hochwertiger Fadenheftung…
Okay, okay, genug von Kleider machen Leute. Ihr meint, es ist der Inhalt, der zählt? Sehen wir genauso! Deswegen haben wir vier besondere Titel fürs Frühjahr ausgewählt…
Bettina Arlt und Leif Karpe haben die ReiseGeister diesmal ins Ruhrgebiet geschickt. Die Kulturhauptstadt (-region) 2010 war uns in jedem Fall einen ReiseGeister-Titel wert, zumal die Autoren Bettina Arlt und Leif Karpe aus Bochum stammen, die Layouterin Regina Rauhut ebenso, der Illustrator Chris Salmen in Essen lebt… und meine Frau aus Hattingen stammt. Und so ist ein Ruhrgebiets-ReiseGeist von Insidern für Insider, Neulinge, Zugezogene, Spontanbesucher und Entdecker entstanden!
Richard Böck dagegen stammt aus dem Württembergischen, lebt aber schon seit 20 Jahren in der Schweiz und ist dort für die evangelische Kirche tätig. Kein Wunder wohl, dass man sich irgendwann mal fragt, was denn hinter all diesem Gerede um den Jakobsweg steckt – und wo man schon von Deutschland bis in die Schweiz gekommen ist, ist Nordspanien ja auch nicht mehr so fern. So begibt sich Richard Böck auf den Jakobsweg. Zugegeben, da waren schon viele. Zugegeben, darüber haben auch schon viele geschrieben. Aber wer davon hat neben den Reiseeindrücken auch übermittelt, was denn nun eigentlich dahinter steckt, hinter diesem Camino de Santiago?
Margarete Franz ist als Reisebuchautorin schon eine alte Häsin. Zahlreiche Bücher über Asien hat sie bereits in verschiedenen Verlagen veröffentlicht und mit ihrem Buch über Assam und Meghalaya ist sie nun zu uns gekommen. Mit Freude haben wir uns dieses Buches angenommen und – wenn auch leider nicht live vor Ort, so doch in ihren Worten – das Abenteuer Assam mit ihr geteilt. Drei Reisen hat sie in diese Region übernommen und ist dabei dem Brahmaputra, den sie schon von anderen Reisen kennt, als Wegbegleiter treu geblieben…
Und last but not least (ihr merkt vielleicht, dass wir die Autorin hier alphabetisch sortiert haben) Eva-Maria Schultz-Gerstein. Die Reise, die sie unternommen hat, ist auch für mich schon lange ein Traum. Immer wieder bleibe ich an Literatur oder Prospekten über die Antarktis hängen… das ewige Eis… Pinguine… Gut, Pinguine habe ich schon in Australien gesehen (und in Hagenbeks Tierpark), aber in ihrem eigenen Element, das ist bestimmt die Krönung solch einer Reise. Es ist eine der vielen Krönungen einer Expeditionskreuzfahrt an die antarktische Halbinsel, wie ich aus ihrem Buch lernen konnte – und jetzt weiß ich um so mehr, es ist wirklich ein “Erlebnis Antarktis“, was einen dort erwartet…
Als entdeckt Eure Abenteuerlust!

Jens.
Als Bean der Woche moechte ich euch diesmal ein Buch von Bill Bryson – fuer immer unangetastet mein persoenlicher (Anti-)Held und literarisches Vorbild – vorstellen, das ich zur Einstimmung auf mein Studium in Bournemouth von meiner Freundin Lisa vererbt bekommen hatte, und das seither halb gelesen und ganz vergessen in meinem Regal gestanden hat.
Damals konnte ich dem Buch nicht allzu viel abgewinnen, mein Englisch war nicht gut genug um die Witze zu verstehen, und ohne Erfahrung mit der englischen Lebensweise und Verstaendnis fuer Geographie und Geschichte des Landes war es schwer, sich mitreissen zu lassen. Aehnlich wie wenn einem jemand stundenlang und mit Begeisterung seine Urlaubsfotos von einem Ort praesentiert, an dem man selbst noch nie gewesen ist.
Fuenf Jahre spaeter und mit einem Jahr Suedengland und 9 Monaten Sydney (was ja auch England ist, nur mit den guten Dingen) in der Tasche habe ich das zerknuettelte Paperback, in dem noch ein Ryanair Bording Pass von meinem Heimflug nach Linz 2005 als Lesezeichen steckte, wieder ausgegraben. Entgegen der Empfehlung der “Times” auf dem Cover: “Not a book that should be read in public, for fear of emitting loud snorts”, kichere ich seither jeden Morgen im Bus von Angel bis Soho.
Kurz zusammengefasst: Bill Brysons humorvoller Bericht ueber seine Rundreise durch Grossbritannien.
Obwohl erstmals 1992 veroeffentlicht und deshalb nicht mehr ganz aktuell was Zahlen und Statistiken angeht, ist das Buch ein Muss fuer alle Liebhaber der britischen Seltsamkeit.

- Notes from a Small Island
An unserem ersten freien Sonntag in London beschlossen Joerg und ich, obwohl wir das meiste davon schon kannten, uns nochmal das gesetzlich vorgeschriebene Standard Touri Programm vorzunehmen. Wir starteten am Leicester Square, der aufgrund der Neujahrsfeierlichkeiten in Chinatown gerammelt voll mit Menschen war, die sich alle um zu Trommelklaengen tanzenden Drachen, Strassenzauberern oder Pantomimen. Ich haette mich ja auch gern zusammen mit einem Typen im Gorillakostuem fotografieren lassen, doch der Andrang war zu gross.
Um dem Gedraenge zu entkommen wollten wir weiter nach Covent Garden wandern und dort ein bisschen durch die Gaesschen flanieren, doch an der Market Hall war es genauso voll und es gab noch mehr Zauberer, weshalb wir gleich weiter zum Trafalgar Square aufmachten.
Anscheinend machen viele Leute sonntags gerne das Standard Touri Programm durch, denn auch zu Fuessen von Lord Nelson tummelten sich trotz Nieselregen die Massen. Die National Gallery lockte mit freiem Eintritt, und so nutzten wir die Gelegenheit (zusammen mit tausenden anderen, die die gleiche Idee hatten), ein bisschen Kultur zu tanken und vor allem dem Regen zu entkommen. Nichtmal die extrem christlich sakralen Raphael Gemaelde konnten uns abhalten, jeden Schauraum mindestens einmal zu durchwandern. Mindestens einmal deswegen, weil man aufgrund der Endlichkeit der Themen (entweder Stilleben, Landschaften, Kriegszenen, Adligen-/Selbstportraits oder etwas aus der Bibel) erst nach dem dritten oder vierten Gemaelde merkt, dass man hier schonmal durchgekommen war.
Nach eineinhalb Stunden Geschiebe durch die Gallery wurde jedoch der Unterzucker zu gross und ein koffeinhaltiges Heissgetraenk im praktischen Becher zum Mitnehmen musste her, mit dem wir (im Nieselregen) die Mall entlang zum Buckingham Palace liefen. Wir durften beobachten, wie sich die Guards, die sonst ueber Stunden hinweg nur die Augenlider bewegen duerfen, ganz nach Protokoll die Beine vertraten. Ist einem bedauernswerten Guard der Fuss eingeschlafen oder juckt’s ihn am Po, passiert folgendes: zuerst wird einmal laut gerufen, um die anderen Kollegen aus dem Daemmerschlaf zu wecken. Dann stampfen alle kraeftig mit dem Fuss, hauen mit der Hand auf ihre Waffe, wechseln sie auf die andere Seite, stampfen nochmal fest, laufen zuerst drei Schritte nach links, dann drei Schritte nach rechts. Zurueck auf ihrem Platz wird noch ein paarmal gestampft, gerufen und auf die Waffe gehauen und alle stehen wieder still als waere nichts gewesen. Gilt es nur zu hoffen, dass damit der Juckreiz beseitigt wurde.
Der Fahne zu Folge war die Queen zu Hause und wir waren somit sicher, dass der Buckingham Palace in guten Haenden war, darum hielten wir uns nicht lange auf und marschierten direkt weiter (im Nieselregen) Richtung Houses of Parliament. Dabei trugen wir immer noch mit blaugefrorenen Fingern unsere leeren Kaffeebecher spazieren, da wir auf der ganzen Strecke von Trafalgar bis Big Ben keinem einzigen Abfalleimer begegneten. Nachdem wir endlich unseren Muell zu den beruehmtesten Glockenklaengen der Welt entsorgt hatten, machten wir uns (im Nieselregen) auf den Rueckweg entlang der Themse. Wir stellten fest, dass London wie keine andere (uns bekannte) Stadt von imperialistischer Groesse(nwahnsinn) und (ehemaligem) Reichtum zeugt, dass das London Eye eine hoechst interessante Seilkonstruktion ist, die eigentlich umfallen muesste, und dass saemtliche Bruecken ueber die Themse fuer Schiffe viel zu niedrig sind.
Wir liefen noch das gesamte Victoria Embankment bis zur Tower Bridge hoch, bis uns die Dunkelheit und wehe Fuesse (und richtig viel Regen) dazu zwangen, das Sightseeing fuer den Tag zu beenden.
Das Fazit des Tages: Alle Touris sind entweder Deutsche oder Spanier, in London nieselt es gerne und Augen auf bei der Berufswahl, sonst endest du mit einer laecherlichen Muetze wie Marge Simpsons Turmfrisur vor einem kleinen Huettchen und stampfst mit dem Fuss.

Da war ich heute Morgen doch mal zu Fuß unterwegs, da das Auto nicht zur Verfügung stand und was entdecke ich da im winterlichen Hamburg?
Hamburgs Wahrzeichen “Hans Hummel” (nicht zu verwechseln mit den komischen Hummel-Figuren, nach denen die ganze USA verrückt ist!!!) hat sich in einem Nachbargarten eingefunden und ist dort eingeschneit worden.
Das ist doch mal ein passender Winterbote für unsere Hansestadt!
Aber… wann wirds mal wieder richtig Sommer…?
Mind the gap, cuppa tea, blokes, mate and luv, rote Doppeldeckerbusse im Linksverkehr, schwarze Taxis, Nieselregen – ich hatte vergessen, wie sehr ich mich in London wohl gefuelt habe!
Vor 4einhalb Jahren habe ich England als frischgebackene Frau MA Digital Effects verlassen; nach einem turbulenten Jahr an der Bournmouth Uni, nach einem Jahr StudentenWG zu sechst ohne Geld, aber dafuer mit viel Spass und noch mehr Gin and Tonics.
Jetzt bin ich zurueck und wenig hat sich veraendert. London fasziniert mich immer noch wie am ersten Tag; besonders im Vergleich zu Vancouver hat hier jeder Stein Geschichte, und an manchen Ecken wuerde man sich nicht im geringsten wundern, wenn ploetzlich Sherlock Holmes hoechstpersoenlich vorbeilaufen wuerde. Die Stadt hat Flair und das kulturelle Angebot ist riesig. Hier werden Trends und Musikstile geboren, und im Kontrast dazu steht die schon fast schnuckelige royal-englische Konservativitaet, dieses “very british”, das trotz der modernen Zeiten von Einhandmischbatterie und Doppelverglasung noch immer zu spueren ist.
Was sich jedoch veraendert hat, bin ich und meine finanzielle Situation. Das ist auch gut so, denn um sich in London eine halbwegs vernuenftige Wohnung leisten zu koennen, muss man leider tief in die Tasche greifen. Ich sage nur soviel, Joerg und ich zahlen jetzt ziemlich genau doppelt so viel Miete wie in Muenchen, fuer eine halb so grosse Wohnung. Tja…
Auch die Wohnungssuche entpuppte sich etwas anstrengender als erwartet, weil wir die schiere Groesse der Stadt unterschaetzt hatten. Allein um von einem Besichtigungstermin zum naechsten zu kommen mussten wir eine Stunde Transferzeit einrechnen. Zum Glueck sind wir schon recht routiniert was Neuanfaenge in fremden Laendern angeht, und haben es geschafft, innerhalb von 2 Wochen alle organisatorischen Dinge zu erledigen. Wohnungssuche, 4 Trips zu diversen Ikeas, National Insurance Number organisieren, Bankkonto eroeffnen … und das Murmeltier gruesst recht freundlich.
Das Bankkonto war wiedermal eine schwere Geburt. Es handelt sich ja nichtmal um ein Konto mit Ueberziehungsrahmen, geschweige denn einen Kredit, sondern nur ein normales Girokonto worauf Geld einbezahlt wird. Doch als Auslaender ohne Credithistory bedarf es eines Arbeitsvertrags, einer festen Wohnhaft und eines speziellen Schriebs der Firma um nachzuweisen, dass man kein Schwarzgeldhaendler oder Steuerhinterzieher mit arg boesen Absichten ist. Die Krux an der Sache ist jedoch, dass man normalerweise nur eine Wohnung mieten kann, wenn man ein Bankkonto hat. Catch 22 sozusagen. Wir haben ein bisschen getrickst, und alles ist gut jetzt. Das einzige, was ich der HSBC Bank noch uebel nehme ist, dass ich in der Filiale nicht aufs Klo gehen durfte, weil es fuer “Premium” Kunden reserviert war. Tut uns leid Frau Laimer, sie haben keine 50 000 auf ihrem Konto und verdienen nicht 100 000 im Jahr, sie muessen leider ins Kaufhaus gegenueber zum Pipimachen gehn. Kein Schmaeh!
Morgen geht der neue Job bei Double Negative los und morgen abend werden wir zum ersten Mal in unserem neuen Heim uebernachten. Die Wohnung ist winzig aber suess, in einem verratzten 30er Jahre Gebaeude in Angel, innen aber komplett neu renoviert mit knallroter Eingangstuere, wo die Post noch durch den Briefschlitz reinflattert, und Bluemli unterm Kuechenfenster. Mit Tube oder Bus zur Arbeit dauert’s “nur” eine halbe Stunde, fuer Londoner Verhaeltnisse ein Katzensprung. Ich denke wir werden uns wohlfuehlen und bin gespannt, wie lange unser Aufenthalt hier diesmal sein wird.
Die gefuehlte Naehe zu daheim und die Vorteile der EU (funktionierendes Online Banking, kein Arbeitsvisum, kein Zoll beim Postpaket, fast keine Zeitverschiebung, telefonieren ohne Verzoegerung bei Skype, Preisschilder beim H&M in Pfund und Euro,…) in Verbindung mit guten Arbeitsmoeglichkeiten sprechen schon sehr dafuer, hier etwas laenger zu bleiben.
Mal sehen, ab wann uns der Grossstadtrummel auf die Nerven geht…
Pages: Prev
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
...51
52
53
Next
Neuseeland unter Schafen, Kühen und coolen Kiwis
Mit Störtebeker durch Hamburg Ein ReiseGeister-Buch
Hast du dir das so gedacht, Jakobus? Pilgerreise Jakobsweg
Mit John Lennon durch Liverpool Ein ReiseGeister-Buch
|
 |
Fußball-WM-Land Nr. 10 – Brasilien
|
 |
Fußball-WM-Land Nr. 9 – Australien
|
 |
Fußball-WM-Land Nr. 8 – Deutschland
|
 |
Fußball-WM-Land Nr. 7 – Mexiko
|
Pages: Prev
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
...84
85
86
Next
|
Ruhr.2010 - Holzweg oder Leinpfad
Datum: Fri, 13.Aug 2010
Autor: Bettina Arlt Leif Karpe
Holland in Michigan
Datum: Thu, 12.Aug 2010
Autor: Cornelia Lohs
Wwoofing Neuseeland
Datum: Wed, 11.Aug 2010
Autor: Theda Garnholz
Auf Jabobus' Pilgerpfad Camino de Santiago
Datum: Wed, 11.Aug 2010
Autor: Richard Böck
|
Der Krokodilfelsen Sehnsucht nach Sri Lanka
Weltreise mit Kindern Logbuch eines Sabbatjahres
Hast du dir das so gedacht, Jakobus? Pilgerreise Jakobsweg
Mit Brünhilde durch das Ruhrgebiet Kulturhauptstadt Ruhr.2010
|
Reisebücher von traveldiary.de
Der traveldiary.de Reiseliteratur-Verlag bietet Reisebücher aus aller Welt. Mit über 100 Autoren haben wir bereits mehr als 70 Reisebücher verwirklicht. Unsere Bücher sind dabei keine klassischen Reiseführer, unsere Reisebücher sind Abenteuer- und Erlebnisberichte und eine Heimat für die Stadtführer der ReiseGeister.
Auch Eure Erlebnisse sind uns hierzu immer willkommen - als Reiseberichte, die Ihr eigenständig auf unserer Internetseite einstellen könnt, als Beiträge für die Ausschreibungen der Autoren ohne Grenzen - oder auch für Euer Reisebuch...
Schaut Euch gerne um auf unseren Internetseiten und fühlt Euch zuhause - in Afrika, Asien, Amerika, Australien, Europa und in der ganze Welt.
traveldiary.de - Entdecke Deine Abenteuerlust! |
|