Kennt Ihr das, wie das ist, wenn man vom Tor zur Welt wegreist, die Heimat zurücklässt?

Da kommt man irgendwohin und vergleicht mit zuhause, misst das Erlebte am Bekannten.

Und so ging es uns auch in den letzten Tagen, die wir außerhalb Hamburgs verbracht haben… in Fjordnorwegen. Eine Region, die wahrhaft traumhaft ist, verwunschen, bezaubernd und irgendwie troll-ig. Atemberaubende Schluchten, tiefe Fjorde, wilde Landschaften und dann stößt man abgefüllt mit Eindrücken in Brygge, inmitten der historischsten Häuser Bergens, die zum UNESCO-Weltkulturerbe zählen auf etwas, das einen an zuhause erinnert: “ELBE – Fische für alle!”. Elbe - Fiske for alle

Was die Norweger mit “Elbe” verbinden, weiß ich nicht, dass man in einem Land, in dem man die Fischmärkte von Stavanger und Bergen in den Reiseführer schreibt sich aber in punkto Fische gerne auf unsere Elbmetropole bezieht, dass kann ich gut verstehen… schließlich könnte man die beiden Fischmärkte zusammenfassen und in die Hamburger Fischauktionshalle stecken… und man hätte immer noch genug Platz drumherum für ein ordentliches Seemannsfrühstück.

Na denn, Elbe ahoi!

P.S.: Dafür kann ich mich aber des Eindrucks nicht verwehren, dass die Hamburger Stadtentwickler mit ihrer Hafencity beim Osloer Fjord City Projekt im Hafenareal Tjuvholmen abgeguckt haben…

8.54/5.30 Was verbirgt sich hinter diesen Zahlen?

Um 8.54 pm erhob sich das Flugzeug der Thai Airways vom Son Than Nhat Flughafen in Ho Chi Minh City und beendete meinen 1,5jährigen Aufenthalt in Vietnam. Und um 5.30 am MEZ landete der Flieger der Austrian Airways sicher auf dem Flughafen Wien Schwechat. Ich bin wieder in Wien. Der Unterschied könnte größer nicht sein. Eine Reise zwischen zwei völlig unterschiedlichen Welten. Es dauert immer ein, zwei Tage nach langen Flugreisen, bis man so wirklich vollständig angekommen ist. Heute schwebe ich noch zwischen den Welten.

Die letzten Tage hatten wir in der südvietnamesischen Küstenstadt Vung Tau verbracht. Auf Familienbesuch sozusagen. Mehrmals täglich verkehren Schnellboote zwischen Ho Chi Minh City und der Küstenstadt Vung Tau, die diese Strecke (123 km auf der Straße) in nicht mehr als 1,5 Stunden zurücklegen. Wer Busfahrten in Vietnam kennt, der weiß, dass der höhere Fahrpreis für den Wasserweg gut angelegt ist. Entspannt geht es auf dem Fluß dahin, bis man nach kurzer Fahrzeit auf dem Meer die Stadt mit ihren rund 200.000 Einwohnern erreicht. Eine breite, moderne und in beide Fahrtrichtungen dreispurige Uferstraße führt am Meer entlang, und ebenso großzügig ist man innerhalb des Stadtgebietes unterwegs, auf Straßen, von denen die Bürger Hanois nur träumen. Interessanterweise habe ich die besten Straßen entlang der Küste gesehen, wie beispielsweise Nha Trang oder eben Vung Tau. Wohin ausländische Touristen und Investoren kommen, da rollt der Rubel. Wie beengt und veraltet ist doch im Vergleich dazu die kommunale Infrastruktur im Norden des Landes.

Vung Tau ist eine nette Kleinstadt, deren Lage auf einer Halbinsel ein luftiges Gefühl aufkommen lässt. Dies traf ganz besonders auf unseren Aufenthalt zu, denn der meist lebhafte Wind war ein stetiger Begleiter, von vorne, von hinten und von der Seite. Träger einer Perücke oder eines anderen falschen Haarteiles sind gut beraten, diesem Ort fernzubleiben, denn es war schon ein Kunststück, nicht unsere Kopfbedeckungen zu verlieren. Allen Personen hingegen, die nicht nur im Internet surfen, sei dieser Ort wärmstens empfohlen, denn die zwei Kite-Surfer, die ich auf dem Meer beobachtete, hatten ihren Spaß. Dann und wann hoben sie zu einem waghalsigen Sprung ab, um etliche Meter weiter wieder auf der bewegten Wasseroberfläche sicher zu landen. Für mich als neutralen Beobachter war dieses Spektaktel auf die gleiche Weise spannend wie beim Ansehen eines Formel 1 – Rennens oder eines Abfahrtslaufs. Würden die beiden auf der relativ beengten Wasserfläche des Hafens zusammenstoßen oder an einem Boot zerschellen? Doch die beiden waren Könner, denn zielsicher steuerten sie ihre Drachen an allen Hindernissen vorbei.

Freunde des Sightseeings kommen auch auf ihre Rechnung. Zumindest wenn man nicht allzu hohe Erwartungen stellt. Doch zumindest der auffällige Mix aus buddhistischen und christlichen Elementen ist in gewisser Weise sehenswert. Auf dem Gipfel des “kleinen Berges” überragt eine hohe Jesus-Statue die Umgebung, die von allen Punkten der Küste eine markante Erscheinung abgibt. Als Vorbild dürfte die berühmte Statue von Rio de Janeiro gedient haben. Im Inneren der Statue führen schmale Treppen auf eine Aussichtsplattform. Ein Stück weiter der Küste entlang gelangt man zu einer gigantischen, strahlendweißen Marienstatue, die das Jesu-Kind in ihren Armen hält und von ihrem Standort auf einer Anhöhe weithin sichtbar ist. Daneben steht eine große, sehr modern gestaltete katholische Kirche. Eine lange Treppe führt in Serpentinen vom Kirchenhaus zur Statue empor vorbei an fünfzehn Stationen des Passionswegs Jesu. Aufgrund der recht angenehmen klimatischen Bedingungen, und weil wir den Weg von der Statue hinunter beschritten, gestaltete sich das zu einem angenehmen Spaziergang. Im umgekehrten Fall wird der Pfad für alle zum Leidensweg. Die Errichtung der Statue dürfte unter dem Motto “Was die Buddhisten schaffen, können wir Katholiken schon lange” gestanden sein, in Anspielung auf die zahlreichen riesenhaften Buddhastatuen, die in Asien häufig zu finden sind. Religion als Themenpark. Dass der Vatikan auf diesen Zug noch nicht aufgesprungen ist…

Dass die Franzosen gute Lagen zu schätzen wussten, bewies einmal mehr der ehemalige Sitz eines französischen Gouverneurs (und spätere Präsidentenpalast). Majestätisch ruht die “weiße Villa” am Fuße eines Berges mit Blick aufs Meer, ein wahrlicht traumhafter Platz. Vom Schlafzimmer tritt man auf die Loggia, von der man die Meeresbucht und Teile der Stadt überblickt. Wie oft mögen die Besitzer dieser Villa genau an jenem Fenster gestanden sein, um die gleiche Aussicht zu genießen? Gewiss, seit der französischen Kolonialherrschaft hat sich manches geändert, Vung Tau sich von einem kleinen Fischerdorf zu einer modernen Stadt entwickelt. Im damaligen Vung Tau gab es keinen Motorenlärm entlang der Uferstraße, sondern Fischerboote im Wasser und Fahrräder oder Tiergespanne auf den Straßen. Vor meinem geistigen Auge malte ich mir den Gouvernor aus, wie er seine Gäste empfing, oder mit seiner Frau (oder einer Geliebten?) durch den Garten flanierte.

Mit meiner Rückkehr nach Österreich endet dieser Blog. Wer wissen will, wie es weitergeht, erfährt dies in meinem Newsblog auf www.comediantraveller.com. Und dann gibt es hoffentlich in der näheren Zukunft “Plötzlich in Vietnam” als Buch, das die ganze Geschichte in größerer Detailfülle erzählt. Es steckt voller Überraschungen…

Die Küstenstadt Vung Tau im Süden Vietnams Die überdimensionale Jesus-Statue in VTKitsch in Vollendung

Die riesenhafte Marienstatue außerhalb der StadtFeierlichkeiten zum vietnamesischen Muttertag (Vu Lan)Badefreuden am “Back Beach” in VT

Ist Vietnam ein muslimisches Land? Mitnichten, aber will schon eine dunkle Haut riskieren?

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Nun rückt er schon wieder näher, der Termin, an dem ich zum zweiten Mal in diesem Jahr nach Indien reise. Ende Oktober habe ich eine Einladung zu einer Hochzeit nach Delhi bekommen; und beautiful Verena wird mein „significant other“ sein und mich zu den dreitägigen Festlichkeiten begleiten. Ich bin schon wahnsinnig nervös und freudig gespannt!! :-)

Danach soll es noch eine Woche durch Rajasthan gehen … leider ohne Begleitung von Verena *schnüf*

 

Aber in diesem Eintrag soll der Blick erst einmal zurück gerichtet werden auf den letzten Besuch in Indien: Ende März war ich in Mumbai und bin mit Verena durch Kerala gereist. Die wunderschönen Bilder hat je bereits Verena auf die Site gestellt. Ihren Bericht möchte ich noch um ein paar persönlichen Eindrücke ergänzen :-)

 

Der erste Eindruck betrifft die Anreise in Mumbai. Gewöhnt ist man ja, zB aus Einreisen in die USA, dass man Fragen von Beamten mit finsterem Blick gestellt bekommt, was man eigentlich will, wohin man will und überhaupt und so. Deshalb war ich erst mal erschrocken, als ein militärisch aussehender Mann mich fragte, kurz nachdem ich meinen Koffer vom Band geholt hatte, was denn in dem Koffer drin sei. Da klopft einem das Herz, auch wenn man nur sagen kann: „personal belongings“. Der Effekt dieser Antwort war aber erstaunlich: Der Mann wies mich an, an der Schlange vorbei direkt zur Zoll- und Passkontrolle zu gehen … und schwuppdiewupps war ich durch die Kontrollen hindurch. Amazing India :-)

 

Dann verließ ich das Flughafengebäude. Verena empfing mich mit einer wunderschönen Blumenkette :-) (Danke auch an Afroz!). Leider gab es dann etwas, das ich mir so nicht vorgestellt hatte: Von wegen Indien mit tollen Gewürzdüften in der Luft. Diese romantische Vorstellung von mir wurde recht schnell durch einen dumpfen warmen Wind hinfort geblasen, der von den Mumbaiker Slums, die direkt neben dem Flughafen liegen, herüberwehte. Ich sage nur eins: 1 Toilette auf 10 bis 15tausend (!) Einwohner. Frisch war dieser Wind wirklich nicht. Vielmehr stach er einem direkt in die Nase! Aber auch das gehört zu Indien …

 

In Mumbai durfte ich dann erleben, wie Verena vom Hotel in ihre neue Wohnung zog. Das war wirklich toll! Tausende Kilometer gereist und mittendrin im Leben :-) Und ich konnte sehen, dass Verena sich in dieser Wohnung wohlfühlen wird! Die Abende auf dem Balkon waren denn dann auch gigantisch: Der Blick vom Balkon grandios. Ach ja … schaut man ganz streng nach rechts, dann erblickt man einen der innerstädtischen Slums. So dicht liegen Wohlstand und Armut dort zusammen: Fascinating India!

 

Mumbai selbst ist der Wahnsinn. Eine riesige Stadt, die ultramodern, zugleich verfallen, reich und arm ist. Und dann kommt man ans Gateway of India und sieht das Taj Hotel, wo die Anschläge Ende letzten Jahres waren. Da kamen sofort Erinnerungen hoch an den Moment, als Verena damals nicht fliegen konnte! Vor dem Café Leopold, wo auch Schüsse fielen, standen übrigens bewaffnete Leute. Aber was sollte man in so einer quirligen Stadt schon an Anschlägen verhindern!? Die Eindrücke sind letztlich aber viel zu berauschend, als dass man sehr lange sich darüber Gedanken macht …

 

Kerala! Ich hätte mir niemals vorgestellt, jemals in eine so traumhafte Gegend zu gelangen. Nach kurzem Aufenthalt in Mumbai für ein paar Tage flogen wir nach Cochin … und ich empfehle dringend, die Bilder von Verena anzuschauen, um auch nur einen kleinen Überblick zu bekommen, wie traumhaft Kerala wirklich ist! Cochin ist wunderschön, und es war schon sehr beeindruckend, dort am Grab von Vasco da Gama stehen zu dürfen in einer alten, von den Europäern erbauten Kirche. Sehr traurig gemacht hat mich der Besuch in einem lokalen Museum, das früher einmal ein Tempel war. An der einen Wand war ein wunderschönes Wandgemälde, das das Leben von Krishna nachzeichnete. Unser Guide erzählte, dass dieses Gemälde schon sehr sehr alt sei. Leider gab es nichts, was dieses Gemälde hätte konservieren können! An mehreren Ecken verblasst konnte man fast zusehen, wie es sich mehr und mehr auflöste … in nasswarmen Wetter nimmt das auch nicht Wunder. Und es gibt nichts und niemanden, der Konservierungsmaßnahmen finanzieren könnte … Kultur in Indien …

 

Aber als Deutscher kann man ebenfalls grandiose Auftritte hinlegen. Wer Verenas Bilder durchstöbert, entdeckt dort ein Telefon auf einem Reisbootdach. Jupp, der Verursacher war ich *grins* Das hatte folgenden Hintergrund: Das Fenster des Hotelzimmers zum Wasser war beschildert mit einem Hinweis, dass man doch besser nicht öffnen sollte. Es sei zu gefährlich, weil jenseits des schmalen Reisbootdachs (das einen Restaurantbereich des Hotels bedeckte) das Wasser wartete. Na klar öffnen Verena und Volker aber das Fenster! Einfach zu schön war der Blick … und die Luft, die hineinkam, war einfach zu verführerisch. Nun denn. Verena ist im Bad. Volker am Tischchen. Man (d.i. Volker ;-) ) kommt leicht an den Tisch. Der mobile Telefonhörer hüpft aus dem Telefonapparat unmittelbar in Richtung Fenster … und dann ganz langsam: hinaus!! Volker hört nur noch *boing* (Reisdach?) und dann *platsch* (Wasser?). Man, wie man sich schämen kann für so eine alberne Aktion ;-) Und wie doll mussten wir lachen, als wir am nächsten Morgen bemerkten, dass das Telefon gar nicht ins Wasser gefallen war: Der Hörer lag immer noch auf dem Reisbootdach! Das erkläre man dann mal dem Herren an der Rezeption! Jedenfalls schaute er mich schon sehr verwirrt an. Curious India! :-)

 

Tata-Teeplantagen und Gewürzresorts sind übrigens der Hammer! Am nächsten Tag ging es hinein in die Berge Richtung Osten. Wunderschöne Landschaften … und nun endlich: Gewürzgerüche. Endlich Indien wie im Traum! Leider hatte das Hotel einen Haken: nervende Nachbarn, die die gesamte Nacht über sich laut unterhalten mussten. Aber lovely Verena hatte es fertig gebracht, den indischen Koch im Hotel zu überzeugen, mir einen Geburtstagskuchen vorzubereiten, der mir um Punkt 12 auch noch im Zimmer vorbeigebracht wurde. Vielen Dank, Verena, das war grandios! Du hattest mich voll erwischt :-) Und erwischt wurde ich dann noch mal von unserem Fahrer, als er den Rest des Kuchen in ein Waisenhaus vorbeibrachte. Die Augen der Kinder werde ich nie vergessen; und ich war überfroh, dass dort der bescheidene Rest des Kuchens am meisten Freude hinterlassen würde! Incredible Indians!

 

Wenn ich auch glaubte, der Höhepunkt des Kerala-Besuchs sei schon längst (und mehrfach) erreicht worden, dann kam ich aus dem Staunen gar nicht mehr heraus, als es am nächsten Tag, zurück Richtung Osten an die Küste, in die Backwaters ging. Das Hausboot war Luxus pur! Und die Backwaters … nun, wer mit offenen Augen einmal träumen möchte, der sollte eine solche Tour machen. Man konnte sich gar nicht satt sehen an diesem Spiel aus Wasser, Palmen, Reisflächen … und überall Inder in ihren bunten Kleidern, die an schmalen Pfaden entlang des Wassers Waren transportierten, sich badeten oder einfach nur entlangliefen. Auf einmal legte das Hausboot an einem Ferienhauskomplex an. Verena hatte mich noch mal erwischt!! Ich hörte nur: „The Ayurvedan doctor and his nurse have arrived“, dann wurde der Spa-Bereich des Komplexes für uns geöffnet und wir bekamen eine Ayurvedische Massage unter freiem Himmel! Halleluja! Die nächste Nacht fand ich nicht in den Schlaf … ich brauchte schlicht nicht zu schlafen, so erholt und entspannt war ich von der Massage! Das war im übrigen der Moment, wo ich zwischen Traum und Wirklichkeit nicht mehr richtig unterscheiden konnte. Oder wer hat schon mal köstliche Garnelen auf einem Hausboot abends verspeist, Champagner und Wein getrunken, während über einem in der Krone einer Palme Glühwürmchen umherschwirren?!

 

Der nächste, letzte Tag in Kerala konnte nur noch Tristesse bereit halten. Verena fühlte sich nach dem Aufstehen etwas angeschlagen, jedoch ging es ihr im Verlauf des Vormittags gottseidank dann wieder besser. Dass der Höhepunkt der Reise überschritten war, merkten wir auch sehr schnell, als wir im Tempelkomplex ankamen, wo indische Elefanten gehalten (und „kuriert“) wurden. Die armen Elefanten standen zum Teil sehr abgemagert und lustlos in der Hitze, angekettet an einem ihrer Beine. Einige dieser Elefanten waren irgendwann mal „verrückt“ geworden und daher gefährlich. Und all das, weil der Elefant eigentlich ein religiöses Glückssymbol in Indien ist. Vielleicht mehr Glück für die Menschen als für die Elefanten selbst … Wen wundert’s dann noch, dass unser Flieger zurück nach Mumbai abends auch noch massiv Verspätung hatte. Der einzige Lichtblick war dann, Verenas Fahrer Afroz in Mumbai wiederzusehen, der Verena mit einer Kette aus weißen Blüten begrüßte. Hatte ich nicht gesehen, wie entzückt Verena von den weißen Lotusblumen in Kerala gewesen war? Und wie stolz Afroz und ich waren, dass Verena nichts mitbekommen hatte, als ich ihm aus Kerala gesmst hatte, wie sehr Verena nach dem letzten Tag mit den armen Elefanten etwas Schönes brauchte: Eine weiße Blumenkette wieder daheim :-)

 

Vor meinem Rückflug nach Hamburg bekam ich dann noch mit, wie sehr Verena schon in das Mumbaiker Leben integriert ist! Sie hat sehr liebe Freunde in Mumbai (zB Geeta und Meher *Gruß* :-) ). Und es war berauschend, mit allen feiern zu gehen! Man muss wohl auch wenigstens einmal im Leben am Marina Drive am Arabischen Meer spazieren gegangen sein … nun, alle, die das hier lesen, sollten die Gelegenheit beim Schopf ergreifen und mal rüberjetten :-)

 

Verena, ich drücke Dich ganz doll aus Hamburg und kann es kaum erwarten, Dich in 6 Wochen in Delhi zu sehen! Die Hochzeit wird bestimmt gigantisch! Und in Mumbai komm ich Dich anschließend auch noch mal besuchen … Und falls wir die Zeit finden für einen Kurztrip nach Goa … dann geschieht es schon wieder: AMAZING VERENA :-)

Da sass ich also, in 30m Tiefe blind und einsam, umgeben von einer Wolke aus Schlick. Komischerweise hatte ich in dem Moment ueberhaupt keine Angst und konnte total klar denken. Ich dachte mir, da ich sowieso nichts machen kann und Mike sich bestimmt um N. kuemmert, bleibe ich lieber mal da wo ich bin und ueberlege mir, ob ich was vom Tiefenrausch merke oder nicht. Irgendwann wuerde mich schon jemand abholen kommen. Im Nachhinein betrachtet war wohl genau dieses Sicherheitsgefuehl ein klassisches Beispiel fuer ein Narkosesymptom!
Nach ein ein paar Minuten packte mich dann ploetzlich ein Arm und zog mich ein Stueck den Hang hoch aus der Wolke raus, wo ich dann sogar noch die Aufgabe (richtig) gerechnet habe. Leider kam die Zeitstoppuhr bei dem ganzen Chaos zu kurz und die andern haben alle mein Ergebnis abgeschrieben.

die Blumenkohl Anemonen und ich

Der richtige Wrack-Tauchgang kam dann danach und unsere Aufgabe war es, eines der beiden anderen Schiffe, die “Granthall” zu umschwimmen, in Tempi zu vermessen und so gut wie moeglich auf unsere kleine Schreibetafel aufzuzeichnen. Als Bestanden galt, wenn man mehr als eine krumme Wurst zustande brachte. Jahaaa, ihr lacht jetzt bestimmt, aber versucht mal Unterwasser mit einem Sichtwinkel von gefuehlten 15 Grad in Schihandschuhen ein Stilleben zu fabrizieren. Wird eher ein Picasso als ein Da Vinci sag ich euch.
N. und ich leisteten gute Arbeit, zeichneten sogar potentielle Gefahrenstellen und auffaellig grosse Seegurken ein und leuchteten bei der Untersuchung des Rumpfs aus Versehen einem genervten Kabeljau mitten ins faustgrosse Auge.
Alles lief gut, jedoch kein Tauchgang mit N. ohne grosses Drama: Am Weg zurueck zum Strand, als das Wasser seichter wurde und die Luft in den Anzuegen begann sich wieder auszudehnen, bekam die Arme zu viel Auftrieb in den Beinen und begann kopfueber nach oben zu driften. Ich versuchte noch, sie wieder nach unten zu ziehen, wurde aber dann selbst mit nach oben gezogen. Als alles Bemuehen keinen Zweck mehr hatte gaben wir das Zeichen zum Auftauchen, ich liess ihre Hand los und sie schoss ab die Post nach oben und ward nicht mehr gesehn. Als pflichtbewusster Tauchbuddy musste ich ihr natuerlich folgen, jedoch vorschriftsmaessig langsam und mit 3 Minuten Sicherheitsstop in 3 Metern Tiefe (um meine Lunge nicht zu ueberdehnen und keine Probleme bei der Dekompression zu kriegen). So hing ich da allein im gruenen Nirgendwo, wusste nur dass hell oben und dunkel unten ist und hoffte, dass mich die Stroemung nicht zu weit abtreiben wuerde. Als ich endlich den Kopf wieder ueber Wasser hatte war ich ca. 100m von N. entfernt, die schon locker flockig auf den Strand zuschwamm und meinte, ich haette ja unten bleiben koennen, sie waere dann einfach meinen Blubberblasen an der Oberflaeche gefolgt. Eine Aussage, die die allererste und wichtigste Tauchregel – niemals alleine tauchen – voellig negiert (und ja, wir reden hier von einem “Advanced” Tauchkurs).

Als fuenfter und letzter Tauchgang zum AOWD stand Nachttauchen am Programm. Da mich beim Schwimmen nachts im Pool normalerweise immer panische Angst vor Haien ueberkommt (so absurd das auch klingen mag), war ich auf alles zwischen Pipi inne Hose und totalem Freak out gefasst. Doch es kam ganz anders. Das Wasser war glasklar und unsere Taschenlampen erhellten den Meeresboden fast wie am Tag. Dadurch, dass der Fokus nur da lag, wo man auch aktiv hingeleuchtete, sah man aber viel mehr kleine Details und erschrak kurz, wenn mal wieder eine Krabbe bei ihrem naechtlichen Rundgang aus Versehen ins Rampenlicht lief. Irgendwann bedeutete uns Tauchlehrer Mike, unsere Lampen auszumachen. Wir warteten im Sitzkreis im Dunkeln und wussten nicht recht, was das nun sollte, als er ploetzlich wie wild mit der Hand herum zu fuchteln begann. Mir kam kurz der Gedanke eines sperrangelweit geoeffneten Haimauls hinter mir, doch dann sah ich die winzigen gruengelben Funken, die aus Mikes Hand zu spruehen schienen – bioluminiszenter Krill. Wenn diese kleinen Lebewesen durch das Wedeln mit der Hand aufgeschreckt werden gluehen sie als Abschreckmechanismus wie winzigliche Gluehwuermchen. Ich versuchte es auch mit fuchteln und ging damit wahrscheinlich ein paar Hundert Krills furchtbar auf die Nerven, denn auch fuer mich begann das Meer zu leuchten.
Eine halbe Stunde spaeter entstiegen wir lautlos dem schwarzen Wasser wie die Navy Seals beim Ueberraschungsangriff und nur die gedaempften Strahlen unserer Taschenlampen unter Wasser verrieten unsere Position. Ich kam wir vor wie James Bond persoenlich. Connery versteht sich.

Somit hatten wir alle (sogar die liebe N.) den fortgeschrittenen Kurs bestanden. Als kleine Draufgabe machte ich eine Woche spaeter noch eine “Specialty” fuer Drysuit dazu, das heisst ich bin jetzt auch noch zertifizierte Drysuit Taucherin und darf mir damit solche Anzuege ueberall auf der Welt ausleihen.
Ich hoffe, ich habe noch ein paar Mal Gelegenheit hier in Kanada tauchen zu gehen, bevor der Winter kommt und ich leider stattdessen Snowboarden gehen muss…

meine Tauchausruestung

In Teil 1 habe ich schon von meinem nervenaufreibenden ersten Tauchgang erzaehlt, der ja nicht ganz so glamouroes war und mich ziemlich an mir selbst zweifeln liess. Der Tauchlehrer hatte aber Mitleid mit mir und schlug vor, die Pool-Lektion einfach nochmal zu versuchen, mit mehr Ruhe, besserer Gewichtung und einem Halsriemen, der kurz vor der Strangulierung dafuer sorgen sollte, meinen duennen Hals besser abzudichten. Und hey – beim zweiten Mal klappte erstaundlicherweise wirklich alles viel  besser und ich konnte mich doch dazu durchringen, den Advanced Open Water Kurs im Meer zu versuchen.

4 Wochen spaeter.

Samstag morgen um 8 ging es mit tollen neuen Softshell Drysuits (kein sperriges Neopren sondern eine Art Schianzug mit leichter Plastikhuelle oben drueber und jungfraeulichen Latexdichtungen, aus denen nicht schon hunderte Koepfe geboren worden waren) nach Whytecliff, einer kleinen Bucht nahe Horseshoe Bay.

Fuer den Advanced Open Water Tauchkurs sucht man sich, zusaetzlich zu zwei obligatorischen, drei weitere der vielen Tauchspezialgebiete aus und absolviert dann je einen Tauchgang mit dem Thema entsprechenden Uebungen.  Pflicht sind Unterwassernavigation (mit Kompass) und Deep (einmal bis ans erlaubte Tiefenlimit), und meine Kursgruppe hat sich auf Peak Performance Buoyancy (spezialisierte Auftriebstarierung (sagt LEO, komisches Wort “Tarierung”…)), Wracktauchen und Nachttauchen als Wahlfaecher geeinigt.

Los ging’s mit PPB, wo man mit Gewichten, Atmung und Luftverteilung so lange rumprobiert, bis man es schafft, in reg- und schwereloser Yogahaltung im liquiden Aether zu schweben. Leichter gesagt als getan. Zum Glueck ist Whytecliff eine relativ unbelebte Sandbucht ohne wertvolle Korallen, die ungelenke Flossenwedler wie wir definitiv kaputtgetreten haetten. So haben wir nur ein bisschen Sand aufgewirbelt und vielleicht den einen oder anderen Seestern bei seinem spannenden Tagesgeschaeft gestoert.
Es hat am Ende 17 Kilo Gewichte gebraucht, um mich gut austariert ueber dem Boden zu halten, und diese 17 Kilo musste ich dann zusaetzlich zum Gewicht meiner Selbst und der restlichen Ausruestung nach jedem Tauchgang vom Strand zurueck zum Auto schleppen, wo die Sauerstoffflaschen getauscht und unsere Sachen verstaut wurden. Ungluecklicherweise lag der Parkplatz auch noch auf einem Huegel, und am Ende des Tages war ich mindestens 10cm gestaucht.

Beim Nav Tauchgang ging es unter anderem darum, mit Hilfe eines Kompasses ein Quadrat zu schmimmen und im besten Fall wieder da anzukommen, wo man losgeschwommen ist. Diese Uebung ist wichtig, um bei schlechter Sicht oder im Dunkeln nicht verloren zu gehen. Naja, ich sag mal ich bin zumindest nicht in der naechsten Bucht rausgekommen, aber mein Quadrat hatte mehr was von ‘ner ellipsoiden Raute und ich kam vernachlaessigbare 5 bis 25 Meter abseits des Startpunktes wieder an. Daran hatte aber natuerlich die Stroemung Schuld, nicht meine mangelnde Naviagationsfaehigkeit! Immerhin noch besser als das Quadrat meiner Tauchpartnerin “N.” (ich nenne keine Namen…), das war genauso wie ihr Verstaendnis vom Umgang mit einem Kompass – ein grosses Fragezeichen.

Fuer Deep und Wreck gings am Sonntag noch ein Stueck weiter noerdlich nach Porteau Cove, wo 3 Schiffswracks versenkt wurden, die Tieren und Tauchern nun als Tummelplatz dienen. Vor dem Tieftauchen musste jeder eine kleine Rechenaufgabe auf Zeit loesen, die dann in 30m Tiefe wiederholt werden sollte. Dabei kann es passieren, dass man entweder viel laenger braucht beim Rechnen, oder die Aufgabe komplett versemmelt. Grund dafuer ist die sogenannte Stickstoffnarkose, auch bekannt unter Tiefenrausch. Unter groesserem Druck steigt einem der Stickstoff aus der Atemluft zu sehr ins Hirn und kann aehnliche Symptome hervorrufen wie bei einem leichten Damenspitzerl, sprich langsamere Reaktion und erhoehtes Sicherheitsgefuehl. Im Grunde ist das nichts Schlimmes (trainieren wir ja jeden happy friday at beer o’clock), selber merkt man davon meistens nichtmal was und wenn man auftaucht ist alles wieder weg. Je tiefer man aber taucht, desto problematischer kann der Rausch werden. Es gibt Geschichten von Leuten, die dann in 50m Tiefe am Meeresboden aus lauter Spass ein Taenzchen aufgefuehrt haben oder – was dann wirklich gefaehrlich wird – ihre komplette Ausruestung ausgezogen haben weil sie glaubten sie waeren ein Fisch.

Um dieses Gefuehl unter sicheren Rahmenbedingungen einmal kennenzulernen, um dann im Fall der Faelle richtig damit umgehen zu koennen, sollten wir also da unten rechnen.
Wir wurden vorgewarnt, dass der Meeresboden ziemlich schlammig sein wuerde und wir uns sehr vorsichtig hinknien sollten, um so wenig Schlick wie moeglich aufzuwirbeln. In 30m ist es ohnehin schon ziemlich dunkel und eine undurchsichtige Dreckwolke waere dann auch nicht gerade hilfreich.
Mit diesem Hinweis im Kopf starteten Tauchpartnerin N., die sich leider mehr und mehr als talentfreie Taucherin bewies, und ich einen langen und anstrengenden Schwumm raus zur mittlersten Boje, die das Wrack der “Centennial” markierte. Ich hatte bis dahin noch nie ein Schiffswrack in Echt gesehn, und bin kurz mental vom Stuhl gefallen, als sich mir beim Abtauchen am Ende der Kette ein grosses rostiges Etwas naeherte. Leicht desorientiert haette ich mich fast durch ein Loch im Deck gleich bis ins Innere abgeseilt, was ich aber im letzten Moment noch verhindern konnte. Das Wrack lag wie man sich’s vorstellt gespenstisch und nur auf ein paar Meter sichtbar in der gruenen Suppe und wurde von vielen kleinen Fischen, Seegurken und den Seelen der toten Seemaenner bewohnt. Naja letzteres nicht unbedingt, aber wer weiss… ?
Wir tauchten am Rumpf entlang zum Heck, und von dort aus weiter in die Tiefe, vorbei an Gaerten gigantischen Blumenkohls (oder wie Nemo sagen wuerde: Anem… Anemanem… Anemonen) bis zu unserem Zielpunkt fuer die Mathestunde.
Und dort passierte es. Wie angeordnet versuchten wir uns ganz vorsichtig hinzuknien, doch auf dem schraegen Boden verlor N. das Gleichgewicht und somit die Kontrolle ueber ihren Auftrieb, kippte um, machte einen Purzelbaum, strampelte dabei noch ganz viel und schaffte es innerhalb von wenigen Sekunden eine Sicht von 0 herzustellen. Ausser dem vagen, leicht panisch zuckenden Strahl der Taschenlampe unseres Tauchlehrers Mike sah ich nichts mehr…

Fortsetzung folgt…

Das ist unglaublich!

Unsere ReiseGeister sind noch nicht einmal aus dem Druck, es sind noch keine Pressemitteilungen raus, wir haben die Werbemaschinerie noch nicht an den Start gebracht, die Premieren sind erst im September, die Buchmesse erst im Oktober…

… und da werde ich angesprochen, dass “Mit Carmen durch Sevilla” bei amazon ja bereits super laufe.

Und tatsächlich! Von rund 3 Mio. lieferbarer (!) Titel bei amazon.de ist dieses Buch in diesem Moment auf Verkaufsrang 62. 598 – obwohl es erst in 3-4 Wochen lieferbar sein wird.

Doch damit nicht genug, es ist gleichzeitig auf Platz 5 der Verkaufsliste “Reiseführer Sevilla” – vor National Geographic, vor Reise Know-How, vor Marco Polo und vor Merian!

Mein Gott, wenn selbst die Vorverkäufe für die ReiseGeister schon so laufen, dann müssen wir uns ja schon mit dem Druck der zweiten Auflage auseinandersetzen, bevor die erste ausgeliefert wurde.

Völlig beGeistert, Euer Jens Freyler.
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Nachdem ich vor einem halben Jahr in Sydney den Open Water Diver gemacht hatte, wollte ich nun hier in Kanada weitermachen und den Advanced Open Water Kurs versuchen. Vor zwei Wochen war es soweit. Zuerst hiess es um halb sieben Uhr aufstehen (jahaaa es war Samstag!) und mit leicht mulmigen Gefuehl nach North Vancouver zum Tauchshop fahren. Dort ueberraschte uns der Chef mit niegelnagelneune Drysuits, und ich haette vor Freude und  Erleichterung fast geheult!!! Warum?

Rueckblende.

Mitte Juni. Da ich bisher nur in Wetsuits getaucht war, musste ich zuerst eine kleine Drysuit Einfuehrung im Pool mitmachen. Kurze Erklaerung dazu: Wetsuits (”Nassanzug” aus Neopren) sind nicht wasserdicht sondern es bleibt immer eine duenne Schicht Wasser zwischen Koerper und Anzug, die durch den Koerper erwaermt wird und so als Isolation dient. Das verlangsamt das Auskuehlen und funktioniert gut bis ca. 20 Grad Wassertemperatur. In kaelteren Gewaessern (wie hier in Kanada) nimmt man besser einen Drysuit (”Trockenanzug”), der komplett abdichtet und man waermende Unterkleidung anzieht. Ist der Anzug gut, wird man im schlimmsten Fall ein bisschen feucht um Hals und Handgelenke. Soweit die Theorie.
Ich also im Pool, meine Tauchskills auffrischen und mit dem neuen Anzug umgehen lernen. Dadurch, dass sich naemlich Luft im Anzug befindet, die sich bei Umgebungsdruckaenderung komprimiert bzw. ausdehnt, muss man genauso wie in den Ohren auch fuer den Anzug Druckausgleich machen. Sonst kann es passieren, dass man entweder halb zerquetscht voll blauer Flecken wieder auftaucht oder wie ein Marschmellowmann mit Raketenantrieb gen Himmel schiesst (absolut ohne Uebertreibung!). Voraussetzung fuer einen erfolgreichen Druckausgleich ist aber, dass der Anzug dicht ist, kein Wasser rein und keine Luft raus kommt wenn man es nicht ausdruecklich will. So.
Man visualisiere nun folgende Szene vor dem inneren Auge:
Beans in sexy langer Schiunterwaesche zwaengt sich in der 30 Grad warmen Schwimmalle in einen nicht mehr ganz jugendlichen aber trotzdem sexy neonpinken Neopren-Drysuit. Hinzu kommen eine Kaputze und dicke Schihandschuhe, 5 Kilo Gewichte und 10 Kilo Sauerstofflasche und Equipment + Brille, Schnorchel und Flossen. Noch nicht mal mit Wasser in Beruehrung gekommen ist Sab bereits komplett klitschnass geschwitzt in ihrem “Trocken” Anzug, watschelt mit letzter Kraft und kurz vor der Ohnmacht zum Beckenrand, springt rein und -
sinkt nicht. Sie ist halt ein Leichtgewicht und so ein Kubikmeter Neopren-Gummi hat nun mal ne Menge Auftrieb. Eine halbe Stunde beruhigende Atemuebungen und 7 extra Kilo Gewichte spaeter kommt Beans endlich in berauschenden 3m Beckentiefe an und stellt schmerzlich fest, dass sich wie bei einem vakuumverpackten Stueck Fleisch kein Molekuel Luft in ihrem Anzug befindet. Jeder Versuch, dies zu beheben endet in einem Schwall Blubberblasen aus der schlabbrigen Halsdichtung im Austausch gegen eine Ladung Poolwasser ins Innere des Anzugs. Unfaehig, ihren Auftrieb zu tarieren, nass, gequetscht und kurz vorm Herzkasperl quaelt sich die tapfere Beans trotzdem durch die obligatorischen Uebungen wie: Equipment und Gewichte im Wasser aus- und wieder anziehen (hier erklaert sich, warum man das mit Handschuhen und voller Montur ueben muss, weil im echten kalten Meer muss man die filigranen Schlauchventile und Gurtclips im Notfall ja auch irgendwie aufkriegen) oder: was tun wenn man aus Versehen wie ein losgelassener Luftballon ungebremst und mit den Fuessen voran Richung Oberflaeche rast (wobei man tatsaechlich manoevrierunfaehig kopfueber im Becken haengt, weil einem der Tauchlehrer volle Kanone Luft in die Beine pumpt).
Beans absolviert zwar alle ihr auferlegten Skills, ist aber voellig am Ende und frustriert und spielt mit dem Gedanken, die Idee Tauchen in Kanada wieder ad acta zu legen…

Fortsetzung folgt…

diving BC

Wie schon im letzten Blogbeitrag angekündigt, habe ich versucht, “Auf zwei Rädern durch Hanoi” audiovisuell zu inszenieren. Zum einen fuhr ich alle Schauplätze der Geschichte ab und nahm mit meiner Digitalkamera kurze Videosequenzen auf (teilweise während des Fahrens), die die statischen Fotos der bisherigen Fotoversion ersetzen. Das Ergebnis ist “A2RdH” in der Videoversion. Und mich hat die Filmleidenschaft gepackt. Es ist unglaublich, wie unterschiedlich sich ein Ort präsentiert, wenn man ihn mit verschiedenen Medien unter die Lupe nimmt. Gleich am letzten Wochenende machte ich aus unserem Familienausflug zum Tempel König Hungs (dem ersten König Vietnams) einen 10minütigen Kurzfilm, der unter “Vietnam in Bild und Ton” ab sofort zu sehen ist.

Doch damit nicht genug. Zusammen mit meinem Kollegen Steven Port unternahm ich jene Fahrt durch Hanoi, wobei Steven vom Rücksitz aus über eine Stunde Filmmaterialauf einen einen kleinen, unscheinbaren Datenträger bannte. Gemeinsam produzierten wir eine rund 10minütige Kurzfassung (längere Videos werden auf You Tube nicht angenommen), die wir zusätzlich nachträglich durch von mir gelesene Auszüge aus der Geschichte vertonten. Und das Ergebnis kann sich sehen lassen. Für zehn Minuten nehmen Sie auf dem Rücksitz meiner Honda Platz und fahren durch den hektischen Verkehr Hanois. Glauben Sie mir, während dieser Zeit sind Sie in Hanoi.

A2RdH – der Film (auf der Seite hinunter scrollen)

Geplant ist eine längere Fassung aus dem kompletten Bildmaterial und der (vollständigen) von mir gelesenen Geschichte, die ich zusammen mit Peter Agathakis aufgenommen habe. Ein Projekt für die (nähere) Zukunft.

Viel Vergnügen und Auf Wiedersehen ;-)

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… die Sonne kam.
Ich bin ein Sommer-Mensch. Um richtig zu funktionieren muss mein Koerper eine gewisse Arbeitstemperatur erreichen, und die liegt bei mir gefuehlte 10 Grad ueber dem Durschschnitt. Sobald die Sonne scheint, geht’s mir gut und ich hab zur Abwechlsung mal keine kalten Zehen.
Deswegen war ich umso froehlicher, als Ende Mai schlagartig und entgegen aller Erwartung der Sommer da war. Aus den ‘mit ach und weh 20 Grad’ wurden kurzerhand 30 und ich malte mir waehrend der Arbeit im dunklen Klimaanlagen-kalten Compositing Department aus wie es sein wuerde, draussen zu sein, mit Licht und Waerme und so. Es ist schon eine verdrehte Welt, wenn ich erstmal meinen Pullover ausziehen muss wenn ich aus der Arbeit rausgeh’…

Mein Freund und ich nutzten sogleich das erste warme Wochenende und fuhren zum Jericho Park auf der Suedseite der English Bay. Auf der Wiese bluehten Gaensebluemchen, Loewenzahn und Hahnenfuß und es duftete wunderbar nach frischem Gras, und mir wurde schlagartig bewusst, dass ich wieder auf der Nordhalbkugel war und es da ja die gleichen Pflanzen gibt wie daheim (und auch keine toedlichen Spinnen, die sich darin verstecken). Mit dem spiegelglatten Meer und den immer noch schneebedeckten Bergen im Hintergrund kam ich mir vor wie am Genfer See.
Wir sahen den Windsurfern und chinesischen Krabbenfischern an den Spanish Banks eine Weile zu und wanderten dann durch das Gruenwald von Vancouver, wo die Einwohner zu viel Geld und zu wenig Geschmack in ihre Haeuser investieren, nach Kitsilano Beach und weiter bis Granville Island. Letzteres ist eigentlich keine richtige Insel, sondern ein ehemaliges Industriegebiet unter der Granville Bridge, das in ein Kuenstlerviertel mit Werkstaetten, Gallerien, Bauernmaerkten und Restaurants umgewandelt wurde. Man kann dort Bootsbauern beim Hobeln zusehen, die frischen Krabben von den Spanish Banks kaufen oder ein kuehles Granville Island Pale Ale der lokalen Brauerei zwitschern. Wir goennten uns ein 1 Meter langes Baguette aus einer franzoesischen Baeckerei, das so lecker war, dass wir es noch vor Ort komplett und ohne Belag aufessen mussten.
Nach guten 10km latschen war’s dann mal genug und wir ließen uns von einer schwimmenden Badewanne namens “Aquabus” ueber den False Creek heim nach Downtown schippern. Waehrend ich da so mit einem Grinsen im Gesicht in dem kleinen Wassertaxi saß und die Abendsonne die Skyline und die vielen Boote und Yachten drum rum funkeln ließ aenderte sich ploetzlich meine vorher eher reservierte Einstellung gegenueber Vancouver. Natuerlich ist jede Stadt huebscher wenn die Sonne scheint, aber ich entdeckte gerade immer mehr nette Ecken und begann langsam zu verstehen, warum so viele Leute von Vancouver schwaermen.

Und es wurde noch besser! Als kleinen sneak peek kann ich schon verraten, was ich als naechstes entdecken wuerde: Kanadas Unterwasserwelt! Ich hatte mich wieder zu einem Tauchkurs angemeldet um diesmal den Advanced Open Water Diver in Angriff zu nehmen. Lest im naechsten Post wie sich der kalte Pazifik mit meiner Arbeitstemperatur vereinbaren liess…

Spanish Banks

… sagt man ja gemeinhin.

Gut, zugegeben, es läuft nicht alles von alleine, im Gegenteil, manchmal fühlt man sich sogar wie in einem Hamsterrad. Denn schließlich gilt auch da: Wenn’s läuft, dann läufts. Doch während der Hamster nicht weiß, wie er das Rad anhalten kann, wüßten wirs… wollen wir aber nicht!!!

Insofern mal ein paar Highlights als Schlagzeilen:

1. Erster neuer Titel für die Frankfurter Buchmesse 2009
Erst Mitte Oktober findet die diesjährige Buchmesse statt, doch das erste Buch haben wir schon am Start. Arnulf Heimbach ist ein Kanu-Pionier, Alaska und Kanada sein bevorzugtes Revier, “Wasser, Wind und weites Land” ist das Buch, das diese Dinge verknüpft – und das bereits lieferbar ist!

2. Die besten Reiseberichte 2009 sind gewählt
und die besten 9 Berichte, Berichte über Reisen nach und durch Australien, Ecuador, Indien, Japan, Kenia, Schottland, Tibet und Vietnam, zu einem Buch zusammengefasst. Das sind nur 8 Länder? Richtig, Indien hat sich doppelt für die besten Reiseberichte 2009 nominiert. Und obwohl die Autoren selbst noch nicht wissen, wer von ihnen Nr. 1, 2 oder 3 ist, können wir schon verraten, dass das Buch bereits in Druck ist… und in wenigen Tagen lieferbar sein wird. Und Ihr könnt schon vorbestellen!

3. Die ReiseGeister entdecken die Welt
Was das bedeuten soll? Einen ersten Eindruck davon könnt Ihr auf www.reisegeister.de bekommen. Die ReiseGeister sind eine neue Buchreihe, die außergewöhnliche Stadtführer europäischer Metropolen präsentiert. Mit Berlin, Paris und Sevilla gehen wir an den Start. Schaut sie Euch an!

4. Vertragskram
Ja, auch für Weltenbummler sind Verträge wichtig – zumindest für uns als Verlag für Euch. Und so haben wir in den letzten Wochen drei neue Verträge unterschrieben. Einen mit der GVA, der Gemeinsamen Verlagsauslieferung Göttingen, die zukünftig neben unserer hauseigenen Auslieferung für eine professionelle Versorgung des Buchhandels sorgen wird, einen mit der KNV, dem größten deutschen Barsortiment (sprich der Großhandel des Buchhandels), die zukünftig ebenso wie bereits die Nr. 2 und die Nr. 3 im deutschen Markt zukünftig unsere Bücher ausliefern wird, und schließlich einen mit ebozon.com, einer neuen ebook-Plattform im Internet; auch diese neben beam-ebooks.de und new-ebooks.de unser dritter Zugang zu diesem Markt.

Das reicht Euch nicht an News?

Na dann wartet mal ein paar Wochen, es kommen nämlich noch mehr ;-)
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Frisch gebloggt!

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Sonne in der Stadt
Blog:Unser Tor zur Welt
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Autor:Jens Freyler

Danger Zone
Blog:traveldiary moto blog
Datum:So, 11.Apr 2010
Autor:Jens Freyler

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